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"Eine schöne Bescherung habt Ihr da angerichtet, Mama und Papa!"
Niemands erstes Weihnachten
Dann ist es Brauch, die Kinder zu tauschen, damit jeder Vertragspartner durch das Verwöhnen des jeweils anderen Babys für eine kurze intensive Zeit die Bindung zwischen beiden Familien stärken und vertiefen kann.
Das ist natürlich eine gute Sache, aber bei dem Wichtel Niemand ist das gehörig schief gegangen. Es war kurz vor Heilig Abend. Die Menschen feiern das jedes Jahr, während die Wichtel das Sonnwendfest feierlich begehen. In dieser geselligen und feierlich anmutenden Zeit wurden fast gleichzeitig im selben Haus ein Wichtelkind und ein Menschenbaby geboren, seit langer Zeit wieder einmal. Die junge Frau des menschlichen Gastgebers kannte diesen Brauch anscheinend noch nicht, obwohl sie schon fast ein Jahr mit dem Hausherrn verheiratet war. Auf jeden Fall hatte sie eine schwierige Geburt, nach der sie noch lange ganz ermattet im Wochenbett lag und von ihrer Mutter und Schwiegermutter mit stärkender aufbauender Hühnerbrühe betüddelt wurde. Doch sobald die Nacht eingebrochen war, tauschten die Wichtel mit vereinten Kräften die beiden Kleinen. Und so landete das kleinste Wichtelchen dieses Tages, sobald es dunkel wurde, in der Wiege der Menschenfamilie und das Menschenkind wurde an einen gemütlichen warmen und zugfreien Platz des Hauses verschleppt, um es statt des eigenen Nachwuchses zu verwöhnen und liebzugewinnen. Und eigentlich hätte man von den Menschen dasselbe erwartet, aber... Man glaubt es kaum. Nur ein einziges zufriedenes und glückliches Glucksen oder Lachen hätte schon gereicht, um die Wichtel zufrieden zu stellen. Schon wären sie gekommen, um sich ihr eigenes Fleisch und Blut zurückzuholen und den Menschen eine Spur zum eigenen Baby zu legen. Aber die junge Frau zog, als sie morgens aufgewacht war, die Wiege, die an ihrem Bett stand, zu ihr rüber und stieß, statt dem Baby in der Wiege Milch anzubieten und es zärtlich zu liebkosen oder in ihrem Arm zu wiegen und es mit Fratzen oder wilden Späßen zum Lachen zu bringen, einen markerschütternden Schrei aus, so dass auch der kleine noch namenlose Wichtel vor Schreck zu weinen begann. Dann sprang sie in ihrem dünnen Leinenhemdchen aus dem Bett, schnappte das Wichtelchen zwischen ihren Fingerspitzen und setzte es frech und kalt auf die Wichtelbank vor der Wichteltür in ihrem Haus. Dann rannte sie kreischend durchs Haus und suchte ihr eigenes Kind. Das war die größte Beleidigung, die sie den hilfsbereiten und menschenfreundlichen Wichteln antun konnte. Zu allem Überfluss schreckte bei dem Gekreische auch noch die alte halbblinde Katze ihrer Gastfamilie auf. Sie konnte zwar nicht viel sehen, aber ihre Nase funktionierte noch ganz gut. Und leider ist auch ein erwachsener Wichtel nicht viel größer als eine alte fett gewordene Maus oder eine junge Ratte. Was sollte man dazu noch sagen. In der Familie wurde das als der größte Alptraum aller Zeiten weitererzählt, den die Wichtelfamilie des Waldgebietes von Elle, dem heutigen Elend, jemals erlebt hatte, allerdings nur hinter vorgehaltener Hand, denn man bemühte sich darum, den armen gebeutelten Niemand nicht noch mehr zu verletzen. Als erstes spürte die Katze den jungen Vater auf. der sich aber noch rechtzeitig in den vielen Nischen und Gängen zwischen den Holzbalken in Sicherheit bringen konnte. Das Menschenbaby musste er dafür allerdings zurücklassen. Doch die Katze erkannte, dem Schöpfer sei Dank, sei es am Geruch oder an der unübersehbaren Größe des kleinen Wonneproppen, dass es sich bei diesem kleinen Neugeborenen nicht um Beute handelte.




Nachtodkontakte sind wie ein Spuk. Manchmal hört man Schritte. Manchmal sieht man Schatten. Manchmal fliegen Dinge durch die Gegend. Manchmal spürt man für einen bestimmten Menschen typische Berührungen. Manchmal hört man eine Stimme. Manchmal riecht man einen Geruch, der einen mit einem geliebten Verstorbenen verbindet. Manchmal geht das Licht an oder aus oder elektrische Geräte spielen verrückt. So zeigen sich unsere Verstorbenen.
Das ist in der Regel kein Grund, verängstigt oder erschrocken zu sein. Ganz im Gegenteil, wenn sich ein lieber Verstorbener so meldet, will er uns sagen, dass er uns begleitet, uns nah ist und uns liebt. Er möchte uns vielleicht vor einem Fehltritt bewahren, uns warnen, trösten oder uns darum bitten, noch etwas zu erledigen, um die eigene Seelenbeziehung aufzuarbeiten und zu heilen oder den Ahnen zu helfen, wenn wir die Kraft dafür haben und der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist, eine tragische Familiengeschichte aufzuarbeiten und "den Schalter wieder in die richtige Richtung zu legen".
Ich versuche das in diesem Bild auszudrücken, damit man sich das besser vorstellen kann. Ähnlich wie bei durch Umwelteinflüsse eingetretenen genetischen Veränderungen, wie sie bei der Augenfarbe oder Ausbildung der Flügel bei der Drosophila melanogaster (Fruchtfliege) nachgewiesen wurden, wirken sich auch traumatische Ereignisse in der Ahnengeschichte aus und können zu einschneidenden Veränderungen und Einschränkungen (Beziehungen, Verhaltensrepertoire, Lebenschancen, ect.) führen, die dann auch noch, nicht nur die betroffene Generation, sondern auch alle nachfolgenden negativ beeinflussen können. Im schlechtesten Fall wird so etwas dann ziemlich hartnäckig bleibend durch Vererbung oder Erziehung weitergegeben.
In dem Buch "Warum willst Du weglaufen, kleiner Schamane?", das ich als nächstes veröffentlichen werde, geht es um das Thema Trauer. Der kleine Schamane trauert selbst, erlebt aber auch die andere Seite, auf der er wiederum andere Menschen in ihrer Trauer begleitet und unterstützt.
Fotos aus dem demnächst veröffentlichten Jugendbuch
"Das Burggespenst Luzi, das auch einen anständigen Namen, Luise, hat.
Nähe und Verbundenheit über den Tod hinaus"
Auf die Idee zu diesem Buch bin ich durch eine Reportage über eine Geisterjagd gekommen. Nach dem Tod meiner Mutter habe ich auch solche Nachtodkontakte erlebt und ich konnte das Buch, das ich vor etlichen Jahren geschrieben, aber noch nicht veröffentlicht hatte endlich selbst richtig einordnen.
Natürlich brauchte ich noch Zeit für meine eigene Trauer, die in der Coronazeit ja auch nicht leicht zu bewältigen war und ich konnte diese Nachtodkontakte noch viel tiefer beurteilen und einordnen, weil ich ja auch schon Erfahrung mit Schamanismus gemacht habe, in dem ja auch der Ahnenkult eine wichtige Rolle spielt. Wenn mein neues Buch "Warum willst Du weglaufen, kleiner Schamane?" veröffentlicht ist, werde ich dieses Buch auch endlich bearbeiten und anschließend Veröffentlichen.
Zur Häufigkeit von Nachtodkontakten kann ich, mich auf die Forschungen von Evelyn Elsaessser berufend, berichten, dass weltweit Nachtodkontakte stattfinden und erlebt werden und 25 % der Bevölkerung das auch wahrnehmen und den Mut haben, darüber zu sprechen und noch einmal so viele Menschen zwar diese Erfahrung machen, es aber dann vorziehen, darüber zu schweigen. Mit dieser Dunkelziffer kommt man dann auf 50 %.

Kann man mit Verstorbenen reden? Ja, man kann mit Pflanzen, Tieren, Steinen und auch mit verstorbenen reden. Aber wir müssen aufhören, sie zu unseren Objekten zu machen. Sie sind freie Gesprächspartner und haben auch ihre eigenen Gefühle, Geschichten und Anliegen und vor allen Dingen auch das Recht abzulehnen. Also werden wir ein bisschen demütiger, versuchen wir nicht sie zu zwingen oder zu gebrauchen, sondern beginnen wir, sie ernst zu nehmen, ihnen Respekt und Achtung entgegen zu bringen und ihnen zuzuhören, dann haben sie vielleicht auch wieder Lust, zu uns und mit zu reden.
Natürlich können wir auch zu einem Schamanen oder Medium gehen. Aber für viel wichtiger halte ich es, an der eigenen Entwicklung zu arbeiten, damit sie sich auch ohne einen Vermittler öffnen und zu einem Kontakt bereit sind.
Egal, wie oft wir so einen Vermittler in unseren Dienst stellen und wieviel Geld wir dafür auch zu zahlen bereit sind, unsere Probleme werden sich nicht lösen, wenn wir diese auch nur benutzen, um unserem Gegenüber immer wieder lange Monologe zu halten, wie wir sie gut gebrauchen können. Und das, was sie uns zu sagen und zu lehren haben, nicht anzunehmen bereit sind. Das wäre ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen.